Streifzüge, Heft 84

Medieninhaber und Herausgeber: Kritischer Kreis — Verein für gesellschaftliche Transformationskunde, Margaretenstraße 71-73/1/23, 1050 Wien. Druck: H. Schmitz, Leystraße 43, 1200 Wien. Auflage: 1.000. Copyleft: Alle Artikel der Streifzüge unterliegen, sofern nicht anders gekennzeichnet, dem Copyleft-Prinzip: Sie dürfen frei verwendet, kopiert und weiterverbreitet werden unter Angabe von AutorIn, Titel und Quelle des Originals sowie Erhalt des Copylefts. Redaktion: Petra Ziegler, Maria Wölflingseder, Martin Scheuringer, Franz Schandl, Severin Heilmann, Lorenz Glatz. Covergestaltung und Layout: zetpe. Transformationsrat: Christoph Adam (Santiago de Compostela), Dieter Braeg (Salzburg), Dora de la Vega (Cordoba, Argentinien), Hermann Engster (Göttingen), Lorenz Glatz jr. (Wien), Marianne Gronemeyer (Friesenheim), Peter Klein (Nürnberg), Paolo Lago (Verona), Neil Larsen (Davis, USA), Massimo Maggini (Livorno), Stefan Meretz (Berlin), Emmerich Nyikos (MexikoCity), Erich Ribolits (†), Gerburg Vermesy (†), Ulrich Weiß (Berlin). Offenlegung: Der Medieninhaber ist zu 100 Prozent Eigentümer der Streifzüge und an keinen anderen Medienunternehmen beteiligt. Grundlegende Richtung: Kritik-Perspektive-Transformation.

Einlauf Streifzüge 84

Draußen ist Krieg und wir reden vom Tausch. Aber vielleicht ist deswegen immer wieder Krieg, weil drinnen der Tausch tobt, das Geld giert und der Wert und seine Werte all unsere Gesellschaften bestimmen und zerstören. Dazu mehr in dieser und in der nächsten Nummer.
Im aktuellen Krieg zeigt sich einmal mehr, dass nicht nur beim „bösen Russen“ Wahn und Wille zusammenfallen, sondern auch in den Ländern, die sich kurz und prägnant „die Freiheit“ nennen. Frei von Reflexion entpuppen sich Mob und Elite, (...)

Beiträge

Die neue Rücksichtslosigkeit. Teil III

3

Das Einzige, worauf sich die Linke und die Rechte einigen können, ist, dass mehr Jobs etwas Gutes sind. Daher gibt es wenig Anreize, irgendeine Maßnahme zu setzen, die Jobs abschafft. (David Rolfe Graeber) „Schuster bleib bei deinem Leisten. Kümmere dich nicht um Dinge, die dich nichts angehen und (...)


Das Märchen vom Tausch

9

Meine Oma, so sehr sie uns Enkel*innen auch verwöhnte, wusste, wie Schenken gegenüber anderen geht. „Ich brauche noch etwas für Frau Meyer. Für 5 D-Mark.“ „??“ „Soviel war ihr letztes Geschenk an mich wert.“ Hätte ein Ethnologe ihr Verhalten untersucht, wäre die damals gängige Interpretation von Gaben (...)


Warum die Kopplung von Geben und Nehmen aufhören muss

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Corona zeigt uns die Verrücktheit unserer gesellschaftlichen Organisation. Und wie wir uns damit buchstäblich um unsere Existenz bringen. Wir halten Tauschen für eine der natürlichsten Sachen der Welt. Ist es aber nicht. Tauschen koppelt Geben und Nehmen aneinander. Du kriegst nur was, wenn du (...)


Versprechen, Verstellen, Werwechseln

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Tauschen wie Täuschen gehen etymologisch zurück auf das mittelhochdeutsche tuschen bzw. tiuschen, was meint: „unwahr reden“, „lügnerisch versichern“. In seiner heutigen Bedeutung ist es erstmals im 15. Jahrhundert bezeugt. Tauschen wie Täuschen meint: Jenes soll für dieses stehen. Dieses soll gleich (...)


Sortierungen zum Tausch

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Es ist gar nicht so einfach, eine scheinbar klare Sache wie den Tausch zu bestimmen. Franz Schandl hat vor 23 Jahren einen Entwurf einer Metakritik des Tauschs veröffentlicht, dem eigentlich ein weiterer, systematisch ausgearbeiteter Text folgen sollte. Dazu kam es nie, doch wie beim (...)


Tausch und Täuschung

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Der Roman soll das deutsche Volk dort suchen, wo es in seiner Tüchtigkeit zu finden ist, nämlich bei seiner Arbeit. Motto zu Gustav Freytags Roman Soll und Haben (1855) Seldwyla ist eine von Gottfried Keller erfundene schweizerische Kleinstadt, bewohnt von Kleinbürgern mit einer schon südländisch (...)


Wert, Geld und Kapital

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Wert, Geld und Kapital: Unsere Vorstellungen davon mögen im Einzelnen stark differieren, aber gibt es einen gemeinsamen Nenner. Wir bringen sie unwillkürlich in genau diese Abfolge: Wert, Geld, Kapital. Sei es in historischer oder sei es auch nur in logischer Abfolge, auf jeden Fall denken wir, (...)


Call for Papers: WERT und TAUSCH

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Nicht nur in den Anfangstagen der Streifzüge standen die Kritik von WERT und TAUSCH im Zentrum unserer Überlegungen und Anschläge. In den letzten Jahren mag das aufgrund der Ausweitung und Ausfächerung der Themenstellungen etwas in den Hintergrund geraten sein. Vielleicht sind wir sogar etwas (...)

Dokumente