Neda Agha-Soltan
Beiträge
Café Critique, Jahr 2010

Reden, nur um zu reden

Der fruchtlose Dialog mit dem Iran
November
2010

„Durchs Reden kommen d’Leut zam.“ Diese gerade im konsensorientierten Österreich beliebte Phrase findet ihren weltpolitischen Niederschlag in Organisationen wie den Vereinten Nationen, deren völkerrechtsidealistische Freunde stets peinlich berührt schweigen, wenn man sie auf die Verfasstheit des (…)

Neda Agha-Soltan (persisch ندا آقاسلطان, anhören/?; * 1982; † 20. Juni 2009 in Teheran) war eine iranische Studentin. Sie wurde während der Proteste nach der iranischen Präsidentschaftswahl 2009 in Teheran von einem Basij-Milizen auf offener Straße erschossen. Ein im Internet verbreitetes Video, das ihr Sterben zeigt, machte sie weltweit bekannt.

Der Vorname Neda bedeutet auf Persisch „Stimme“ oder „Ruf“. Er wurde im Iran bei weiteren Protesten gegen die mutmaßliche Wahlfälschung des Regimes skandiert, auch im Ausland. Damit wurde Neda Agha-Soltan zur Symbolfigur des Widerstands der iranischen Opposition gegen das Regime.

Historischer Kontext

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Irans Staatspräsident Mahmud Ahmadinedschad hatte in seiner ersten Amtszeit (2005–2009) die Gesetze gegen Frauen verschärft und Kleidungsvorschriften streng durchsetzen lassen. Tausende Frauen wurden unter ihm verhaftet oder eingeschüchtert, wenn sie sich auf den Straßen nicht präzise an die Kleiderordnung des Regimes hielten. Sein Gegenkandidat Mir Hussein Mussawi trat zur Präsidentschaftswahl im Iran 2009 dagegen mit prominenten iranischen Frauen auf und versprach den Iranerinnen mehr Rechte.[1]

Am 12. Juni 2009 verkündete Ajatollah Ali Chamenei vorzeitig den Wahlsieg des Amtsinhabers und löste damit monatelange Proteste von Millionen Iranern (genannt „Grüne Bewegung“) gegen die hoch wahrscheinliche Wahlfälschung aus. In einer Fernsehrede beim Freitagsgebet am 19. Juni 2009 forderte Chamenei die Demonstranten auf, die Proteste einzustellen, und drohte ihnen andernfalls mit „Konsequenzen“.[2]

Am 20. Juni 2009 fand in Teheran trotzdem eine weitere große Protestdemonstration statt. Obwohl die Teilnehmer sich friedlich verhielten und keinen Regimesturz forderten, gingen Sicherheitskräfte befehlsgemäß mit Gewalt gegen sie vor, inhaftierten Hunderte und erschossen viele, darunter Neda Agha-Soltan. So schlugen sie die Reformbewegung nieder. Dies radikalisierte die Opposition im Iran und führte langfristig mit dazu, dass die Proteste im Iran 2022/2023 unter der Parole Frau, Leben, Freiheit einen Sturz des Regimes forderten, nicht mehr nur Reformen. Neda Agha-Soltans Ermordung gilt als Schlüsselereignis für diese Entwicklung.[3]

Biografische Angaben

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Borzou Daragahi, ein preisgekrönter Journalist der Los Angeles Times, hielt sich 2009 in Teheran auf, traf dort am 21. Juni 2009 Neda Agha-Soltans Angehörige und erfuhr dabei Details aus ihrem Leben.[4] Laut ihrem Musiklehrer Hamid Panahi und einer Freundin wurde sie als zweites von drei Kindern geboren. Ihr Vater arbeitete für die Regierung. Die Familie gehörte zur Mittelklasse. Neda hatte islamische Philosophie an der Azad-Universität Teheran studiert, wollte dann jedoch Reisebegleiterin in der Tourismusbranche werden. Dazu belegte sie Türkischkurse. Reisen war ihre Leidenschaft, In ihren letzten Lebensjahren hatte sie Pauschalreisen nach Dubai, Thailand und in die Türkei unternommen. Zwei Monate vor ihrem Tod war sie bei Antalya am Mittelmeer gewesen. Sie liebte Musik, besonders persischen Pop, und nahm Klavier- und Gesangsunterricht bei Hamid Panahi.[5] Öffentliches Singen ist Frauen im Iran verboten, daher musste der Unterricht verdeckt stattfinden. Nur Tage vor ihrem Tod hatte sie ein Klavier gekauft, dessen Auslieferung sie erwartete.[6]

Nach Panahis Angaben war sie keine Aktivistin, ertrug jedoch die Ungerechtigkeit des angeblichen Wahlausgangs von 2009 nicht und nahm deshalb gegen den Rat ihrer Eltern an den Protesten teil. Auch eine Freundin habe sie am 19. Juni 2009 nach dem Freitagsgebet vergeblich gebeten, nicht zur Demonstration am Folgetag zu gehen. Er, Panahi, und zwei weitere Freunde hätten sie dorthin begleitet.[5]

Ab 20. Juni 2009 erschien im Internet ein knapp 40 Sekunden langes Handyvideo. Es zeigt eine junge Frau, die inmitten einer Menschenmenge rückwärts auf eine Straße fällt, worauf sich eine Blutlache unter ihr ausbreitet. Zwei Männer versuchen ihr zu helfen, pressen ihre Hände auf ihren Brustkorb, rufen sie beim Namen („Hab keine Angst, Neda! Bleib bei mir, Neda, mein Kind, bleib bei mir!“) und um Hilfe („Such jemanden, der sie im Auto mitnimmt!“). Nach wenigen Sekunden verliert sie das Bewusstsein, Blut quillt aus ihrem Mund und ihrer Nase; die Augen brechen. – Einer der beiden Helfer, der Arzt Arash Hejazi, sandte das Video als E-Mail-Anhang an eine Familie in den Niederlanden. Nach seinen Angaben starb Neda Agha-Soltan um 19:05 Uhr am 20. Juni 2009 auf dem Teheraner Karekar-Boulevard an der Ecke zwischen Khosravi-Straße und Salehi-Straße durch einen Schuss in ihr Herz, wahrscheinlich von einem Basijmilizen. Sie sei in weniger als zwei Minuten verblutet. Ein Freund habe das Video aufgenommen. Er bat, es weltweit bekannt zu machen. Die Empfänger luden es auf Facebook hoch, von wo es auch über Twitter und YouTube weltweit verbreitet wurde.[7]

In späteren Versionen wurden die Rufe ins Englische übersetzt.[8] Als einer der Rufer wurde anfangs Nedas Vater vermutet.[9] Ein anderes, kürzeres Handyvideo zeigt dieselbe Szene aus einem anderen Blickwinkel.[10] Ein drittes Video zeigt die junge Frau zuvor inmitten einer Demonstration mit einem Begleiter, einem der Ersthelfer im Sterbevideo.[11] Die Demonstranten, augenscheinlich auch Neda Agha-Soltan, riefen dabei laut „Tod dem Diktator“, eine Parole der Opposition gegen den damaligen Herrscher Ali Chamenei.[12]

Die Videos wurden im Internet hunderttausendfach geteilt und nach Löschversuchen immer wieder hochgeladen. So wurden Zensurversuche des iranischen Regimes umgangen. Dieses unterdrückte unabhängige Medienberichte über die Proteste, wies ausländische Journalisten aus und blockierte Internetmedien für Iraner. Doch westliche Medien schätzten die Videos wegen identischer Personen und Zeugenaussagen Angehöriger dazu als authentisch ein.[13]

Der Iraner Caspian Makan, nach Eigenangaben Neda Agha Soltans Verlobter, sagte der persischen BBC am 21. Juni 2009: Sie habe den Amir-Abad-Bereich, das Zentrum des Protests, mit ihrem Musiklehrer in einem Pkw verlassen, sei einige Straßen weiter in einem Verkehrsstau gelandet und wegen der Hitze ausgestiegen. Kurz darauf sei sie in die Brust geschossen worden, sehr wahrscheinlich durch den gezielten Schuss eines Basij. In wenigen Minuten sei sie tot gewesen. Man habe versucht, sie in das nächste Krankenhaus zu bringen, doch es sei zu spät gewesen. Die Behörden hätten Teile ihres Leichnams von den Angehörigen verlangt, angeblich zur Transplantation. Die Familie habe dem schließlich zugestimmt, um sie rasch bestatten zu können. Die nächsten Angehörigen hätten sie am Nachmittag auf dem Behescht-e Zahra-Friedhof in Teheran beerdigt. Einige dort frisch ausgehobene Gräber könnten für mögliche weitere Todesopfer der Proteste bestimmt gewesen sein. Die Behörden hätten einen Gedenkgottesdienst in einer Moschee am 22. Juni 2009 und alle weiteren Versammlungen verboten, um Demonstrationen zu verhindern.[14]

Hamid Panahi bestätigte diese Angaben: Ihr Pkw sei auf dem Weg zum Freiheitsplatz wegen eines Verkehrsstaus in der Karegar-Straße nach 18:30 Uhr stecken geblieben. Sie seien ausgestiegen, hätten keine Steine geworfen und keinerlei aggressive Gesten gemacht. Dann habe er ein Schussgeräusch gehört und Neda gleich darauf niederfallen sehen. Weitere Schüsse habe er nicht gehört. Er und der Arzt hätten das Blut aus ihrem Hals mit ihren Händen aufzuhalten versucht. „Ich brenne, ich brenne“, seien Nedas letzte Worte gewesen. Sie hätten sie mit einem anderen PKW zum Shariati-Krankenhaus gebracht, aber sie sei schon tot gewesen. Die Familie habe sie am Sonntag auf dem Behescht-e Zahra-Friedhof in Teheran bestattet. Die Behörden hätten eine öffentliche Ansprache und laute Trauergesänge, Gedenkgottesdienste in einer Moschee und öffentliche Interviews verboten und befohlen, die üblichen schwarzen Trauerbanner von ihrem Wohnhaus abzureißen. Die Angehörigen und Freunde glaubten, dass regierungstreue Paramilitärs, Basij oder Iranische Hezbollah, Neda ermordet hätten. Laut weiteren Augenzeugen hätten sich Sicherheitsleute in Zivilkleidung nahebei aufgehalten.[5]

Nach einem auf Zeugenaussagen gestützten britischen Bericht nötigten iranische Sicherheitskräfte die Eltern Soltan am Abend des 20. Juni 2009 zum Auszug aus ihrer Wohnung in der Meshkini-Straße und verweigerten die Herausgabe des Leichnams ihrer Tochter. Sie sei ohne Benachrichtigung der Familie bestattet, die übliche Trauerzeremonie in einer Moschee und Traueranzeige am Haus seien verboten worden. Die Nachbarn seien durch anonyme Anrufe gewarnt worden, anderen von ihrer Erschießung zu erzählen.[15]

Der iranische Arzt und Hauptzeuge Arash Hejazi gab der BBC am 25. Juni 2009 ein ausführliches Interview: Er habe sich zur Tatzeit beruflich in Teheran aufgehalten, sich am Abend des 20. Juni unter die Demonstranten gemischt und nur wenige Meter von Neda Agha-Soltan entfernt gestanden, als sie der tödliche Schuss traf. Er habe das Schussgeräusch gehört, aber ein Freund habe ihn beruhigt: Die Teheraner Polizei verwende nur Plastikgeschosse. Dann habe er das Blut aus dem Oberkörper der Frau strömen sehen. Er habe Erste Hilfe zu leisten versucht und vermutet, dass die Kugel von vorn die Aorta und Lunge getroffen habe. Sie sei im Pkw auf dem Weg zum nächsten Krankenhaus in seinen Armen gestorben. Der andere Mann auf dem Video sei nicht Nedas Vater, sondern ihr Musiklehrer gewesen. Die Demonstranten hätten den mutmaßlichen Schützen kurz nach dem Vorfall entdeckt, entwaffnet, ihm seinen Ausweis abgenommen und ihn fotografiert. Es sei ein der Miliz angehörender Motorradfahrer gewesen, kein Scharfschütze auf einem Dach, wie man zuerst angenommen habe. Er habe beteuert: „Ich wollte sie nicht töten.“ Einige hätten ihn lynchen wollen, andere hätten dies verhindert und gesagt: „Wir sind keine Mörder.“ Sie hätten überlegt, ihn der Polizei auszuliefern, dann jedoch laufen lassen, da die Polizei selbst gegen die Demonstranten vorging. Wegen der Fälschungsvorwürfe der iranischen Medien habe er sich entschlossen, diese Details bekannt zu machen, damit Neda nicht umsonst gestorben sei.[16]

Der brasilianische Dichter Paulo Coelho bestätigte Hejazis Darstellung. Er identifizierte ihn auf dem Sterbevideo als seinen Freund und Übersetzer seiner Bücher und nahm per E-Mails Kontakt zu ihm auf, um seinen Aufenthaltsort herauszufinden. Am 23. Juni 2009 habe Hejazi ihm geantwortet, er halte sich versteckt und wolle so bald wie möglich aus dem Iran ausreisen, um sich in Sicherheit zu bringen. Er werde sich nach seiner Ankunft in Großbritannien wieder melden. Dies sei dann geschehen. Coelho veröffentlichte diesen Briefwechsel in seinem Blog.[17]

Im Mai 2017 erinnerte Arash Hejazi in der BBC an Neda Agha-Soltans Ermordung und blickte auf seine Eindrücke an jenem Tag zurück.[18]

Staatspropaganda

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Am 23. Juni 2009 wurde im iranischen Staatssender Khabar behauptet, das Video von Neda Agha-Soltans Erschießung sei gefälscht. Später hieß es in offiziellen Berichten, unbekannte Terroristen hätten sie getötet.[19]

Die Teheraner Polizei bestritt wiederholt, dass sie scharfe Schusswaffen gegen Demonstranten eingesetzt habe. Am 24. Juni 2009 behauptete ein Bericht der staatliche Nachrichtenagentur Fars: Die Polizei habe die Erschießung der jungen Frau inzwischen bestätigt. Ein Schütze unter den Demonstranten habe bei jener Kundgebung wild um sich geschossen; eine Kugel habe Neda dabei zufällig im Hinterkopf getroffen. Dies hätten Zeugenbefragungen und gerichtsmedizinische Untersuchungen ergeben. Die Waffe sei aus dem Ausland eingeschmuggelt worden. Man wolle den Schützen ermitteln.[20]

Laut der iranischen Regierungszeitung Javan gehörte Neda Agha-Soltan selbst zu den Basij-Milizen. Der (zuvor ausgewiesene) BBC-Journalist Jon Leyne habe Mörder beauftragt, sie zu erschießen, um ihren Tod filmen und so Irans Regierung beschuldigen zu können.[15]

Der Ajatollah Ahmad Chatami behauptete in seiner Freitagspredigt am 26. Juni 2009, Demonstranten hätten die Frau für Propagandazwecke gegen Irans Regierung erschossen: „Sie wurde getötet, damit jemand wie Obama Krokodilstränen vergießen kann.“ Er forderte die Todesstrafe für iranische Protestteilnehmer.[21]

Nachdem die Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi das Regime Irans wegen der Tötungen von Demonstranten kritisiert hatte, griff die iranische Internetagentur Raja News Ebadi scharf an und sprach dabei von einer angeblichen „unrechtmäßigen Tötung unserer lieben Bürgerin Neda durch die britischen Agenten im Iran“.[22]

Der Polizeichef des Iran, Brigadegeneral Esmail Ahmadi-Moqaddam, soll Arash Hejazi einer Verschwörung mit ausländischen Feinden gegen die Islamische Republik beschuldigt und ihm Strafverfolgung bei Heimkehr in sein Land angedroht haben.[23]

Im Januar 2010 wurde in einer landesweit ausgestrahlten Sendung des Staatsmediums Press TV behauptet, das Video von Nedas Sterben sei inszeniert.[24]

Am 20. Juni 2009 erschossen iranische Sicherheitskräfte neben Neda Agha-Soltan viele weitere Personen. Das Staatsfernsehen gab zehn, staatliche Radiosender 19 Tote an; Beobachter schätzten die reale Opferzahl jedoch weit höher ein. In den Folgetagen verhinderten die Milizen gewaltsam sämtliche Trauerfeiern für getötete Demonstranten. Die Behörden verboten den Moscheen, Gottesdienste für sie zu halten. Diese sind im Iran oft Ausgangspunkt weiterer Proteste. Die öffentliche Verehrung Neda Agha-Soltans konnte sie zum religiösen Symbol der Opposition machen und die Zustimmung zum Regime unter Muslimen schwächen, die glauben, dass der Islam das Töten unschuldiger Zivilisten ablehnt. Basij auf Motorrädern zerstreuten eine Versammlung von rund 70 Trauergästen einer Moschee. Manche regulären Polizisten solidarisierten sich jedoch mit Trauernden und beteten mit ihnen für die Opfer. Am 22. Juni 2009 hielt Neda Agha-Soltans Familie eine kleine private Trauerfeier ohne Redner und Reporter. Dabei durften sie keine der üblichen schwarzen Banner aufhängen.[1]

Am 30. Juli 2009 wollten tausende Iraner, darunter viele Angehörige der Todesopfer und die Oppositionsführer Mir Hossein Mussawi und Mehdi Karroubi, an Neda Agha-Soltans Grab einen Trauergottesdienst feiern und gegen die Gewalt des Regimes protestieren. Regierungstruppen und Basijmilizen verhinderten dies mit Tränengas, Schlagstöcken und Warnschüssen. Nedas Mutter Hajar Rostami Motlagh verzichtete daraufhin auf ihre geplante Teilnahme an dem Gottesdienst und entzündete stattdessen Kerzen in einem Park nahe ihres Wohnhauses.[25]

Die Mutter hatte geplant, die im Iran üblichen Trauerrituale am 40. Tag nach dem Tod am Grab ihrer Tochter Neda zu feiern. Nachdem das Regime sie bedrohte, nahm sie davon Abstand, um nicht weitere Tote bei Zusammenstößen mit iranischen Sicherheitskräften zu riskieren. Die Behörden hatten die Trauerdemonstration am 30. Juli 2009 verboten und lösten abendliche Versammlungen am Grab Nedas gewaltsam auf.[26] Trotz der brutalen Gewalt sollen nach Augenzeugenberichten am Folgetag bis zu 40.000 Menschen den Friedhof erreicht, Blumen für die Getöteten niedergelegt und gemeinsam Gebete gesprochen haben.[27]

Aufklärungsversuche

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Im Juli 2009 bildete sich die Gruppe Madaran-e Azardar („Trauernde Mütter“), um an die zuvor getöteten Demonstranten zu erinnern, die Strafverfolgung der Mörder und Freilassung aller inhaftierten Demonstranten zu erreichen. Sie trafen sich jeden Samstag um 19:00 Uhr (die Uhrzeit, als Neda Agha-Soltan starb) in einem Teheraner Park nahe der Stelle, wo sie gestorben war, und erinnerten schweigend mit Plakaten an weitere Opfer. Die Behörden lösten die Versammlungen auf und verhafteten einige Teilnehmer, darunter die Frauenrechtlerin Zeynab Peyghambarzadeh.[28]

Bis zur Trauerfeier am 30. Juli 2009 hatte sich Nedas Mutter Hajar Rostami im Iran einen Anwalt genommen, um den Tod ihrer Tochter aufzuklären. Sie hoffte anfangs noch auf eine unabhängige Parlamentskommission dazu.[26]

Am 20. August 2009 erschienen im Internet Fotografien von einem Dienstausweis des Basijmilizen Abbas Kargar Javid und einem auf dessen Namen ausgestellten Ausweis des iranischen Innenministeriums.[23] Hejazi bezeugte gegenüber der Londoner Times, diesen Mann hätten Demonstranten am 20. Juni 2009 kurz nach dem tödlichen Schuss auf Neda Agha-Soltan von seinem Motorrad geholt und seine Ausweise fotografiert. Auch Bekannte von ihm hätten das beobachtet und gehört, dass er sich als Todesschütze bekannt habe, der Neda nicht habe töten wollen. Sie könnten seine Identität mit dem Mann auf dem Ausweis bezeugen. Das iranische Regime habe in den letzten zehn Wochen viele friedliche Demonstranten inhaftiert, gefoltert und getötet, aber nach seiner Kenntnis keinerlei Maßnahmen gegen den Täter ergriffen.[23]

Ein Jahr später appellierte Nedas Mutter an internationale Menschenrechtsorganisationen und den Internationalen Gerichtshof in Den Haag, den Mord an ihrer Tochter aufklären zu helfen und den Mörder strafzuverfolgen. Die Eigenbemühungen der Familie, ihn zu finden, seien fruchtlos geblieben. Sie beklagte die Versuche des Regimes, den Mord zu vertuschen und zu leugnen. Dabei bezog sie sich vor allem auf einen als „Dokumentation“ ausgegebenen Film des Staatsrundfunks IRIB, in dem ein Suizid Nedas behauptet wurde. Der IRIB-Direktor hatte der sterbenden Neda im Video zuvor Schauspielerei unterstellt. Andere Staatsmedien hatten eine Freundin Nedas als ihre Mörderin ausgegeben. Anders als Hamid Panahi lehnte es Nedas Mutter ab, an IRIBs Film mitzuwirken. Sie erklärte, sie habe ihre Beschwerden gegen diese Lügen nirgends publizieren können. Die im Film aufgestellte Behauptung, jeder könne im Iran seine Meinung frei äußern, sei völlig unwahr. Kein Iraner, weder im Inland noch im Ausland, glaube diesen Lügen. Sie kenne den Mörder, aber die Regierung decke ihn. Nur die internationale Solidarität sei ein Trost für sie.[29]

Folgen im Ausland

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Barack Obama hatte als Präsidentschaftskandidat versprochen, den Freiheitskampf von Unterdrückten zu unterstützen, schwieg als US-Präsident jedoch im Juni 2009 zunächst zwei Wochen lang zu der massiven Repression der Proteste im Iran und erfuhr dafür in den USA starke Kritik. Nach manchen Beobachtern zwang ihn erst die weltweit beachtete Ermordung Neda Agha-Soltans, sein Schweigen zu brechen.[30]

In einer Pressekonferenz im Weißen Haus am 23. Juni 2009 verurteilte Obama die Gewalt gegen die iranischen Demonstranten und bezog sich dabei auch auf das Video von Neda Agha-Soltans Tod:

„The Iranian people can speak for themselves. That's precisely what's happened in the last few days. In 2009, no iron fist is strong enough to shut off the world from bearing witness to peaceful protests of justice. Despite the Iranian government's efforts to expel journalists and isolate itself, powerful images and poignant words have made their way to us through cell phones and computers, and so we've watched what the Iranian people are doing. This is what we've witnessed. We've seen the timeless dignity of tens of thousands of Iranians marching in silence. We've seen people of all ages risk everything to insist that their votes are counted and that their voices are heard. Above all, we've seen courageous women stand up to the brutality and threats, and we've experienced the searing image of a woman bleeding to death on the streets. While this loss is raw and extraordinarily painful, we also know this: Those who stand up for justice are always on the right side of history.“[31]

Caspian Makan wurde nach eigenen Angaben infolge seiner Teilnahme an den Protesten für 65 Tage im Iran inhaftiert, floh nach seiner Entlassung über die Türkei in den Westen und erhielt politisches Asyl in Kanada. Er gab westlichen Medien zahlreiche Interviews mit neuen Details zu Nedas Einstellung zur iranischen Opposition. Zwar sei sie nicht politisch aktiv gewesen, habe die Proteste nach deren Beginn aber aktiv unterstützen wollen und dabei Todesahnungen geäußert. Das ganze Regime sei für ihren Tod verantwortlich; der Ausweis des Täters sei ein Beweisstück, auch falls sein Name darin nicht stimme.[32]

Im März 2010 reiste Makan auf Einladung eines israelischen Fernsehsenders nach Israel und traf dort am 22. März auf eigenen Wunsch Schimon Peres, den damaligen Staatspräsidenten. Diesem stellte er Neda Agha-Soltan als Freiheitskämpferin dar, die sich in intensiven Gesprächen mit ihm der Risiken ihres Engagements bewusst gezeigt habe. Peres drückte seine Anteilnahme und Hoffnung aus, dass Nedas Tod dem Freiheitskampf der iranischen Opposition zum Sieg verhelfen werde. Bei der Abreise erklärte Makan nach israelischen Zeitungsberichten, er sei als Botschafter des Friedens für sein Volk nach Israel gekommen.[33]

Makans Israelbesuch und seine dortigen Aussagen stießen auf Kritik bei manchen Exiliranern. Masih Alinejad bezweifelte, dass Makan mit Neda Agha-Soltan verlobt gewesen war; deren Schwester habe ihr nur von einer kurzen, neun Monate früher beendeten Beziehung der beiden berichtet. Er habe daher nicht das Recht, in ihrem Namen und dem der iranischen Opposition aufzutreten. Laut anderen Iranern beschädigte sein Israelbesuch mit dem Anspruch eines iranischen Botschafters das Ansehen von Exiliranern, da Israel seinerseits Menschenrechte verletze.[34] Nedas Mutter bestätigte in einem BBC-Interview zwar Makans Beziehung zu ihrer Tochter und deren geplante Heirat, bestritt aber ebenfalls sein Recht, für Nedas Familie, die iranische Opposition und das iranische Volk zu sprechen. Er solle Nedas Namen nicht missbrauchen, sondern sie in Frieden ruhen lassen. Mit seinem Israelbesuch habe er sich „ruiniert“; damit bezog sie sich auf ein iranisches Gesetz, das Iranern verbietet, nach Israel einzureisen und sie andernfalls ausbürgert.[35]

Makan bestritt die von ihm zitierte Aussage in Israel; er habe sich nur im Namen aller Iraner bei Peres für dessen Geschenk einer Friedenstaube bedankt.[36]

Viele Medien stellten Neda Agha-Soltan seit ihrem Todestag irrtümlich mit einer Porträtfotografie der lebenden Iranerin Neda Soltani dar, einer Anglistik-Dozentin für die Islamische Azad-Universität Damavand. Auch Protestplakate verwendeten das falsche Porträtfoto oft.[37]

Als Soltani das Foto von ihrer Facebookseite löschte und auf die Verwechslung hinwies, verwendeten manche Medien es dennoch weiter, da sie die Löschung durch staatliche Zensur vermuteten. Exiliraner verdächtigten Soltani als Agentin der Islamischen Republik Iran, die das Gesicht einer Heldin zerstören wolle. Der iranische Geheimdienst wiederum wollte das falsche Bild dazu nutzen, den Mord an Neda Agha-Soltan als fingierte ausländische Propaganda darzustellen. Iranische Agenten bezichtigten Soltani als CIA-Agentin; einige behaupteten, sie sei mit Neda Agha-Soltan identisch und habe ihre eigene Tötung inszeniert. Viele ihrer Freunde wandten sich nach ihren Angaben deshalb von ihr ab. Sie warf westlichen Medien vor, das Foto wider besseres Wissen weiter zu benutzen; das habe sie wissentlich in Gefahr gebracht.[38]

Soltani floh deswegen aus dem Iran und erhielt in Deutschland politisches Asyl. In Interviews berichtete sie, dass Irans Regime sie nötigen wollte, Neda Agha Soltans Ermordung als Lüge der westlichen Medien darzustellen. Weil sie dies ablehnte, habe man sie selbst als westliche Spionin beschuldigt und bedroht.[39] Im Mai 2012 veröffentlichte sie dazu ihr Werk Mein gestohlenes Gesicht.[40]

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Neda Agha-Soltans Grab

Als Neda Agha-Soltans Ermordung bekannt wurde, erschienen tausende Trauer- und Solidaritätsbekundungen auf oppositionellen Webseiten im Iran. Eine Frau schrieb:

„Ich bin am Leben, doch meine Schwester wurde ermordet. Sie wollte den Wind in ihr Haar wehen lassen; sie wollte frei sein; sie wollte ihren Kopf aufrichten und sagen: Ich bin Iranerin. Meine Schwester starb, weil kein Leben übrig ist; meine Schwester starb, weil die Tyrannei kein Ende hat.“[1]

Ein verbreitetes Gedicht verknüpfte Nedas Tod mit anderen Symbolen der Protestbewegung und appellierte metaphorisch, den Protest fortzusetzen:

„Stay, Neda
Look at this city
At the shaken foundations of palaces,
The height of Tehran’s maple trees,
They call us ‚dust‘, and if so
Let us sully the air for the oppressor
Don’t go, Neda“[1][41]

Die iranische Schriftstellerin und Frauenrechtlerin Simin Behbahani rief die Iranerinnen dazu auf, den Kampf gegen das Regime nicht aufzugeben, und verfasste dazu folgendes Gedicht für Neda Agha-Soltan:

„You are neither dead, nor will you die.
You will always remain alive.
You have an eternal existence.
You are the voice of the people of Iran.“[42]

Im Internet verbreiteten sich rasch viele verschiedene Labels, etwa „Wir sind Neda“. Sie wurde als „Märtyrerin“, „Engel der Freiheit“ oder „Unser Engel“, „Säule der Bewegung“, „Symbol des Kampfes“ oder „Symbol der Güte“ gelobt. Die Protestparole „Wo ist meine Stimme?“ wurde um „Wo ist meine Schwester?“ ergänzt. In kürzester Zeit machten Bilder der Sterbenden aus dem Video sie zur Ikone der gesamten Protestbewegung und zum Symbol des Freiheitskampfes aller unterdrückten Menschen im Iran. Viele für sie verfasste Gedichte zeigten, dass die Iraner sich nicht nach einer Rückkehr zum Säkularismus vor 1979, sondern nach einer Trennung von Religion und Staat und einem friedlichen Islam sehnten.[43] Auf Twitter verbreitete sich der Hashtag „Ich bin Neda“, und viele Nutzer ersetzten ihr Profilbild mit einem Foto Neda Agha-Soltans. Auf Facebook wurde sie als „Engel des Iran“ betrauert. Mit der Bezeichnung als Märtyrerin wurde sie in die schiitische Tradition gestellt. Diese Internetrezeption wurde auch als Medienrevolution wahrgenommen, weil sie sowohl die Zensur des Iran-Regimes als auch die an Hierarchien gebundenen quellenkritischen Qualitätsregeln etablierter Medien unterlief.[44]

Der Regisseur Peter Davis erklärte wenige Tage nach Nedas Tod: So schmerzhaft es auch sei, glaube er, dass es gut sei für die Welt, die Taten des iranischen Regimes zu sehen. Das leiste das Video zu Nedas Sterben ebenso eindringlich wie sein preisgekrönter Dokumentarfilm zum Vietnamkrieg Hearts and Minds von 1974. Das Video habe ihm klargemacht, wie grausam das Regime gegen sein eigenes Volk vorgehe und wie stark dieses Regime im Iran abgelehnt werde.[45]

Die britische Tageszeitung The Times kürte Neda Agha-Soltan im Dezember 2009 zur Person des Jahres[46] und schrieb dazu:

„Neda Soltan, eine junge schöne Frau, die Philosophie studiert hatte und nun eine Sängerin werden wollte, wurde von den Mengen in Teheran abrupt zum Gesicht des Protests gegen Irans unterdrückerische Herrscher erhoben; ein Symbol der Rebellion gegen die betrügerische Wahl, die Mahmud Ahmadinedschad zurück an die Macht gebracht hatte. Neda gehört zu jenen Helden und Opfern, deren Leiden ein Fanal des Protests gegen unterdrückerische Ungerechtigkeit und brutale Verletzungen der Menschenrechte sind.“[47]

In den USA gründeten Menschenrechtsaktivisten die Gruppe Neda.org und die Kampagne I am Neda, erzählten ihre Geschichte in Form einer vertonten Graphic Novel und riefen zu ihrem ersten Todestag im Juni 2010 weltweit dazu auf, die eigene Stimme (Neda) gegen das mörderische iranische Regime zu erheben.[48]

Der iranische Regisseur Jafar Panahi wollte 2010 einen Film über die Protestbewegung von 2009 drehen, wurde aber bei Dreharbeiten in Teheran mit einigen Mitarbeitern von der iranischen Geheimpolizei verhaftet. Der in Wien lebende iranische Komponist Nader Mashayekhi schrieb die politische Oper Neda, die zum ersten Jahrestag ihres Todes im Theater Osnabrück uraufgeführt wurde. Sie feiert den Kampf der Frauen gegen die Unterdrückung durch die Männer, den Staat und die Religion mit textlichem Rückgriff auf frühe iranische Epen, aber bewusster Absage an musikalische Traditionen Persiens.[49]

Im November 2009 erschien im Public Broadcasting Service (PBS) der Dokumentarfilm A Death in Tehran von Monica Garnsey.[50] Der britische Filmemacher Anthony Thomas schuf den weiteren Dokumentarfilm For Neda, der am 14. Juni 2010 auf Home Box Office erschien. Darin verarbeitete er Material des Journalisten Saeed Kamali Dehghan (The Guardian), der im Juni 2009 heimlich und verdeckt aus Teheran über die dortigen Proteste berichtet hatte. Dehghan durfte damals auch Neda Agha-Soltans Familie befragen und filmen; sie hatte ihm Dokumente von Neda übergeben.[51] Sprecherin im Film ist die prominente iranische Schauspielerin Shohreh Aghdashloo, die sich seit 2009 aktiv für die Rechte der Frauen im Iran einsetzt.[52] Der erzählerische Kurzfilm I am Neda von Nicole Kian Sadighi erschien 2012, unter anderem auf dem Montreal World Film Festival.[53] Er gewann zahlreiche Filmpreise.[54]

Weiterführende Informationen

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  • Samira Rajabi: Neda: Religious Manifestations of a Digital Martyr. In: Nabil Echchaibi, Stewart M. Hoover (Hrsg.): The Third Spaces of Digital Religion. Taylor & Francis, London 2023, ISBN 978-0-367-49947-1, 2. Kapitel
  • Sasha A. Q. Scott: Images of a Digital Martyr: Neda Agha-Soltan and The Ritual Performance of Mourning. Queen Mary University, London 2014, doi:10.13140/2.1.3433.3443
  • Carsten Stage: Thingifying Neda: The Construction of Commemorative and Affective Thingifications of Neda Agha Soltan. In: Culture Unbound Journal of Current Cultural Research 3 (3), Oktober 2011, doi:10.3384/cu.2000.1525.113419, S. 419–438
  • Aleida Assmann, Corinna Assmann: Neda — the Career of a Global Icon. In: Aleida Assmann, Sebastian Conrad (Hrsg.): Memory in a Global Age: Discourses, Practices and Trajectories. Palgrave McMillan, London 2010, ISBN 978-0-230-27291-0, S. 225–242

Einzelnachweise

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  1. a b c d Nazila Fathi: In a Death Seen Around the World, a Symbol of Iranian Protests. New York Times, 22. Juni 2009
  2. Iran elections: Khamenei warns protesters to stay off streets. Guardian, 19. Juni 2009; Iran: Ayatollah Khamenei speaks. BBC, 19. Juni 2009
  3. Falko Braast: Geschichte Persiens: Von den Anfängen der Zivilisation bis zur Bewegung „Frau, Leben, Freiheit“. Neobooks, Berlin 2026, ISBN 978-3-8190-0255-7, S. 173ff.
  4. Martin Gehlen: Getötete Demonstrantin in Iran: Keine Trauerfeiern für Neda Agha Soltan. Zeit, 10. August 2012
  5. a b c Borzou Daragahi: From the Archives: Family, friends mourn ‚Neda‘, Iranian woman who died on video. Los Angeles Times, 16. September 2014
  6. Who was Neda? Slain woman an unlikely martyr. CNN, 24. Juni 2009
  7. Martin Gehlen: Getötete Demonstrantin in Iran: Neda, das Symbol des Widerstands. Zeit, 22. Juni 2009
  8. Daniel-Dylan Böhmer: Bleib bei mir, Neda, bleib bei mir! Welt, 27. Dezember 2009
  9. Ulrike Putz: Tote Iran-Demonstrantin: Neda, die Ikone des Protests. Spiegel, 21. Juni 2009
  10. Video turns woman into icon of Iran unrest. NBC, 22. Juni 2009; YouTube-Video, 20. Juni 2009: Second angle: Young girl shot by Iranian police dies on Camera
  11. ‚Neda‘ becomes rallying cry for Iranian protests. CNN, 21. Juni 2009; Iranian girl and her dad moments before being shot dead. CNN, 20. Juni 2009
  12. Golineh Atai: Woman, Life, Freedom. Eurozine, 29. November 2022
  13. „Neda“ wird zum Protestruf der Iraner. taz, 23. Juni 2009
  14. Death video woman ‚targeted by militia‘. BBC, 22. Juni 2009
  15. a b Neda Soltan's family 'forced out of home' by Iranian authorities. Guardian, 24. Juni 2009
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