Sozialdemokratie und Imperialismus
Das Schlagwort vom „Sozialimperialismus“ ist jetzt in Mode gekommen, vor allem durch den ausgiebigen Gebrauch‚ den die chinesische Propaganda der Sowjetunion gegenüber davon macht. Ähnlich geht es mit den Stichworten „Führerverrat“ und „Arbeiteraristokratie“; konkrete Untersuchungen, was das (…)
Die Judenfalle
Über Wege, Umwege und Sackgassen der jüdischen Arbeiterbewegung im Osten sprach der deutsche Journalist Eike Geisel mit zwei deutschen Juden, Jakob Moneta und Jakob Taut, die beide aus Polen stammen. Anlaß war das Erscheinen der Autobiographie eines Proletariers aus Warschau: Hersch Mendel: (…)
Seit einigen Wochen steht der gute Boris Jelzin Kopf: „Alle meine Eindrücke über Kapitalismus, über die Vereinigten Staaten, die mir im Lauf der Jahre eingebläut wurden — sie alle haben sich um 180 Grad verändert“, durfte er anläßlich seiner Sightseeing-Tour der internationalen Presse verkünden. (…)
„Der Kalte Krieg ist vorbei!“ schlagzeilten westliche wie östliche Medien. Gorbatschow und Bush sind einer Meinung, nämlich der des letzteren. Nach dem Gipfel von Malta scheint die Kriegsgefahr gebannt. Wenn wir den Urteilen von Politikern, Ökonomen und Medienmännern folgen, dann liegen wahrlich (…)
Über die Verwandlung der realsozialistischen Anti-Natur in die bürgerliche Pseudo-Natur. Ein Essay. Die sich überstürzenden Ereignisse im Osten, die Öffnung der Grenzen und die ersten Kontakte der ‚Blockmenschen‘ miteinander haben gleichviel Sich-Überstürzendes in der westlichen (…)
Das ‚amerikanische‘ Jahrhundert geht zur Neige, das sowjetische Imperium löst sich auf. Die neue Weltmacht heißt Europa. Der norwegische Friedens- und Konfliktforscher Johan Galtung warnt vor einem europäischen Großraum, dessen stärkster Teil als ‚Viertes Reich‘ in Richtung Osten (…)
Das Große bleibt groß nicht und klein nicht das Kleine: Deutschland ist wieder wer oder was in der Welt. Und wir Österreicher? Wollen wir uns im großen Haus Europa wirklich mit Zimmer-Kuchl-Kabinett zufriedengeben? Keineswegs und keinesfalls! In einer — bisher streng geheim gehaltenen — Rede (…)
Galoppierender Kapitalismus
Gescheitert ist der Osten letztlich an seiner Unfähigkeit, mit dem Weltmarkt konkurrieren zu können. Statt einem wirtschaftlichen Aufbruch steht allerdings ein Desaster ins Haus. Das entscheidende Manko des real existierenden (Non-)Sozialismus in Osteuropa war sein Unvermögen, mit dem Westen (…)
Im Osten ist ein System zusammengebrochen, dessen ökonomische und politische Prämissen gänzlich falsch waren. Was ist da eigentlich schiefgelaufen? Wie nun wurde dies in die Praxis umgesetzt? Bekanntlich erreichte in der sozialistischen Bewegung nach langandauernden Diskussionen im 19. (…)
Die früheren Freunde der vom Kommunismus unterdrückten Völker sind ehrlich betroffen: Jetzt ist es weg, das Reich des Bösen, und anstatt daß die stillschweigend als Normalität unterstellten mitteleuropäischen Zustände dort einreißen, versinken die Staaten Osteuropas in Elend und Bürgerkrieg. Das (…)
Seit dem Mittelalter steht Osteuropa in Abhängigkeit von den wirtschaftlichen Zentren des Kontinents. Erst die stalinistischen Entwicklungsdiktaturen entzogen die Region dem ökonomischen Zugriff des Westens — allerdings nur vordergründig: Mit der Aufnahme von Krediten im Westen zur (…)
1. Der Unternehmer, Marke West: Der Lieblingsbürger der Nation Selten hat sich der Unternehmer im an und für sich ohnehin unternehmensfreundlichen Klima Mitteleuropas oder Nordamerikas eines besseren Rufes erfreut als heute. Der Unternehmer stärkt und stützt die „Wirtschaft“, er schafft die (…)
Niemand spricht heute mehr von den Anwerbungsbüros für Hilfsarbeiter, die mit Unterstützung der Bundeswirtschaftskammer und sozialpartnerschaftlichem Segen in türkischen Städten um Arbeitskräfte gebuhlt haben. Keine 30 Jahre ist es her, daß man ausreisewilligen jungen Männern aus Istanbul von (…)
Es wächst zusammen was zusammen gehört
Die Grenzen der Europäischen Gemeinschaft rücken nach Osten. Die nationalstaatliche Zerteilung des Habsburger Reiches 1918 und die Spaltung Europas in zwei verfeindete Lager dreißig Jahre später hat ein Ende genommen. Die EU-„Frontstaaten“ Italien, Österreich, Deutschland und Finnland werden (…)
Im Westen nichts Neues? – Der Osten ruft!
Osteuropa, so stellt Larry Wolff in der „Wieser Enzyklopädie des europäischen Ostens“ lapidar fest, sei eine „Erfindung“ der WesteuropäerInnen. Der Historiker schreibt: „Paradoxerweise bedient man sich bei der Erfindung Osteuropas der materiellen Wirklichkeit – Länder und Flüsse, Dörfer und (…)
Zwei Aufgaben gilt es parallel zu meistern: Im Innern müssen wir wieder zu einem Volk werden, nach außen gilt es etwas zu vollbringen, woran wir zweimal gescheitert sind. Klaus Kinkel, damaliger deutscher Bundesaußenminister 1993 Die Anstrengungen Deutschlands die Nachkriegsordnung zu (…)
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Ein ganz normaler Kapitalismus
Die symbolische und historische Bedeutung Osteuropas für die Linke steht außer Zweifel. Es war ja Osteuropa, wo das sozialistische Experiment angeblich unternommen worden war. Der Zusammenbruch der Ostblockregime 1989 bedeutete für die meisten Menschen, dass es jenseits des Horizonts eines (…)
mit G. M. Tamás 3. Mai 2016, 19 Uhr Institut für Wissenschaft und Kunst Berggasse 17, 1090 Wien G.M. Tamás liefert für das traditionelle westlich-marxistische Verständnis neue Ansätze und bereichert die Diskussion nicht nur im Hinblick auf die Geschichte des »real existierenden (…)


Mit Osteuropa wird der östliche, Mitteleuropa benachbart gelegene Teil Europas bezeichnet. Eine speziellere Definition des Begriffes Osteuropa hängt davon ab, in welchem Zusammenhang diese Bezeichnung verwendet wird:
- Im geografischen Sinne umfasst Osteuropa neben dem europäischen Teil Russlands und dem nordwestlichen Teil Kasachstans auch den mittleren und östlichen Teil der Ukraine, während ihr äußerster Südwesten (Karpatenukraine, Bukowina und Galizien) häufig Mitteleuropa zugeordnet wird. Hinzugezählt wird auch der allergrößte Teil von Belarus. Allerdings liegt ein großer Teil Osteuropas nördlich von Mitteleuropa, und Städte wie Sankt Petersburg („Venedig des Nordens“), Nowgorod und Murmansk liegen nördlicher als viele skandinavische (nordeuropäische) Städte. Nordwestrussland wurde deshalb bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts meist zu Nordeuropa gerechnet. Am geografisch korrektesten für dieses Gebiet ist der Begriff Nordosteuropa. Die bestimmende Landschaftsform in Osteuropa ist die riesige Osteuropäische Ebene, die sich unter anderem bis zum Osteuropa von Asien abtrennenden Ural-Gebirge erstreckt und im Norden bis zum Nordpolarmeer reicht. Die Ostgrenze Osteuropas zu Asien ist vor allem im Südosten zwischen Ural und Schwarzem Meer nicht eindeutig definiert.
- Im historischen Kontext werden mit Osteuropa die Ukraine, der europäische Teil Russlands, Belarus und Moldau zusammengefasst. Gelegentlich werden auch die kaukasischen Länder Georgien, Armenien und bedingt Aserbaidschan als Teil Osteuropas gesehen. Von Christian Giordano und anderen Wissenschaftlern wird eine der sechs historischen Regionen Europas „Osteuropa“ genannt. Die osteuropäischen Länder sind historisch und kulturell weitgehend von der orthodoxen Kirche geprägt (das islamische Aserbaidschan ausgenommen) und standen – im Gegensatz zum osmanisch beherrschten Balkan – unter der Herrschaft des Russischen Reiches. Wie auch die Balkanländer waren die Länder Osteuropas lange Zeit rückständige Agrarstaaten (vgl.: Zwischeneuropa) und hatten keinen oder nur einen beschränkten Anteil an den gesellschaftlichen Entwicklungen der Renaissance, Reformation und Aufklärung der Westlichen Welt. Dass sich der Kommunismus ab 1917 zunächst in Russland und später infolge des Zweiten Weltkrieges auch in anderen Ländern durchsetzte und einige Jahrzehnte behaupten konnte, widersprach als eher kuriose Entwicklung den Erwartungen des Marxismus, wenn auch die Rückständigkeit des Großraums eine in gewisser Weise günstige Ausgangsposition für einen eigenständigen sozialistischen Modernisierungsansatz geboten haben mag.[1]
- Im ethnischen, sprachlichen und kulturellen Sinn bezeichnet Osteuropa oft den Teil Europas, der von den slawischen Völkern, bzw. eine Slawische Sprache gesprochen wird, bewohnt wird. Diese vereinfachte Einteilung wird jedoch kritisiert, da zum einen auch der östliche Teil Deutschlands lange Zeit von Slawen besiedelt war und teilweise heute noch ist (siehe Sorben) und zum anderen Länder wie Ungarn, Rumänien, Moldau, Estland sowie Litauen und Lettland als überwiegend nichtslawische Länder umgeben von slawischen Völkern außer Acht gelassen werden.
- Im politischen Sinn bezeichnete Osteuropa während des Kalten Krieges die europäischen Ostblockstaaten.
Die osteuropäischen und die ostmitteleuropäischen Länder werden aus politischen Gründen häufig gemeinsam betrachtet. Im EU-Jargon lautet die Abkürzung dafür MOEL.
- Im statistischen Sinne seit frühestens 1945 der Vereinten Nationen[2] umfasst das östliche Europa: Bulgarien, die Republik Moldau, Rumänien, Russland, die Slowakei, die Ukraine, Ungarn, Polen, Tschechien und Belarus. Die baltischen Staaten zählen bereits zum nördlichen Europa.
- Im sprachlich-geografischen Sinne der Vereinten Nationen[3] umfasst die Abteilung für Osteuropa, Nord- und Zentralasien folgende Staaten: Armenien, Aserbaidschan, Bulgarien, Kirgisistan, Mongolei, Russland, die Ukraine, Usbekistan und Belarus.
Osteuropa war ein zentrales Forschungsgebiet der Ostforschung, die im östlichen Teil Deutschlands ihren Anfang hat.
Viele osteuropäische Länder benutzen die osteuropäische Zeit (OEZ).
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Studienhandbuch Östliches Europa
- Band 1: Geschichte Ostmittel- und Südosteuropas. Hrsg. von Harald Roth, 2. überarbeitete und aktualisierte Auflage, UTB, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-8252-3167-5.
- Band 2: Geschichte des Russischen Reiches und der Sowjetunion. Hrsg. von Thomas M. Bohn und Dietmar Neutatz. 2. überarbeitete und aktualisierte Auflage, UTB, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-8252-3168-2.
- Christa Ebert: Literatur in Osteuropa: Russland und Polen. Akademie Verlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-05-004537-5.
- Wolfgang Ismayr (Hrsg.): Die politischen Systeme Osteuropas. 3. Auflage, VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2010, ISBN 978-3-531-16201-0.
- Alexander Motyl: National Questions: Theoretical Reflections on Nations and Nationalism in Eastern Europe. ibidem, Stuttgart 2022, ISBN 978-3-8382-1675-1.
- Tina Olteanu, Tiobias Spöri, Felix Jaitner, Hans Asenbaum (Hrsg.): Osteuropa transformiert. Springer Fachmedien, Wiesbaden 2017, ISBN 978-3-658-17818-5.
- Siegfried Tornow: Was ist Osteuropa? Handbuch der osteuropäischen Text- und Sozialgeschichte von der Spätantike bis zum Nationalstaat (= Slavistische Studienbücher. Neue Folge, Band 16). Harrassowitz, Wiesbaden 2005, ISBN 3-447-05223-6.
- Larry Wolff: Inventing Eastern Europe: The Map of Civilization on the Mind of the Enlightenment. Stanford University Press, Stanford 1994, ISBN 0-8047-2702-3.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Osteuropa-Abteilung der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
- Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung
- Linksammlungen des Osteuropa-Netzwerks zu Osteuropa allgemein
- osmikon – Das Forschungsportal zu Ost-, Ostmittel- und Südosteuropa: fachübergreifende Informationsangebote zur Osteuropaforschung im deutschsprachigen Raum
- Dossiers zum Thema Osteuropa in der Pressemappe 20. Jahrhundert der ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Interdependente Vielfalt: Die historischen Regionen Europas. In: Karl Kaser u. a. (Hrsg.): Europa und die Grenzen im Kopf. Wieser-Verlag, Klagenfurt 2003, S. 113–134.
- ↑ Statistikseite der Vereinten Nationen
- ↑ UNGEGN DIVISIONS ( vom 17. August 2002 im Internet Archive)


