Marianne Gronemeyer

geb. 1941 in Hamburg, acht Jahre Lehrerin an der Haupt- und Realschule. Zweitstudium der Sozialwissenschaften an den Universitäten Hamburg, Mainz und Bochum. Dissertation: Motivation und politisches Handeln, (Hamburg 1976). Von 1971 bis 1980 Friedensforschung an der Universität Bochum im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Friedens- und Konfliktforschung. Von 1987 bis 2006 Professorin für Erziehungs- und Sozialwissenschaften an der Fachhochschule Wiesbaden. 2011 erhielt Marianne Grone­meyer den Salzburger Landes­preis für Zukunftsforschung. Zuletzt ist im Primus Verlag das Buch »Wer arbeitet, sündigt. Ein Plädoyer für gute Arbeit« erschienen.

Marianne Gronemeyer ist Gesellschafts- und Kulturkritikerin in der Tradition von Ivan Illich. Ihr scharfer Blick eröffnet uns Klarheit darüber, wie die Eigendynamiken von Institutionen zum Selbstzweck werden können, was auch in der Genossenschaftsbewegung der letzten 100 Jahre deutlich zu sehen ist.

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Marianne Gronemeyer
Beiträge von Marianne Gronemeyer
Streifzüge, Heft 36

Wenn uns die Arbeit ausgeht …

März
2006

Eine seltsame Sucht beherrscht die Arbeiterklasse aller Länder… Es ist dies die Liebe zur Arbeit, die rasende bis zur Erschöpfung der Individuen und ihrer Nachkommenschaft gehende Arbeitssucht. Statt gegen diese geistige Verirrung anzukämpfen, haben die Priester, die Ökonomen und die Moralisten (…)

Streifzüge, Heft 48

Fremder. Gastfreund. Feind*

März
2010

Ich beginne mit dem merkwürdig schillernden und in seiner Herkunft äußerst zwiespältigen deutschen Wort Gast. Vom Gast nehmen wir normalerweise an, dass er der gern gesehene ist, der, den wir geladen haben, auf den wir vorbereitet sind, dessen Erscheinen zu einem Fest wird. Aber dieser Gast (…)

Streifzüge, Heft 57

Bildung braucht Gastlichkeit

Zum Gedenken an Ivan Illich
März
2013

„Den größten Teil dessen, was wir wissen, haben wir alle außerhalb der Schule gelernt. Schüler lernen das meiste ohne ihre Lehrer und häufig trotz dieser. … Wie man leben kann, lernt jeder außerhalb der Schule. Wir lernen, sprechen, denken, lieben, fühlen, spielen, fluchen, politisieren und (…)

Streifzüge, Heft 67

Wo geholfen wird, da fallen Späne

September
2016

… unsere ‚Wohltäter‘ sind mehr als unsere Feinde die Verkleinerer unseres Wertes und Willens. Bei den meisten Wohltaten, die Unglücklichen erwiesen werden, liegt etwas Empörendes in der intellektuellen Leichtfertigkeit, mit der da der Mitleidige Schicksal spielt. (Friedrich Nietzsche) Die (…)

Streifzüge, Heft 70

Diktatur des Effizienzdenkens

September
2017

Wir leben in einer effizienzversessenen Gesellschaft, die, um möglichst viel Output in kürzestmöglicher Zeit auszuspucken, alle Lebensvollzüge bis zur Raserei auf Trab bringt. Die alte Einsicht, dass alles, was gut getan sein soll, seine Zeit braucht, dass es ein angemessenes, stimmiges (…)

Streifzüge, Heft 74

Haben, als hätte man nicht

Dezember
2018

In seinem Vorwort zu der Aufsatzsammlung „Schulen helfen nicht“ („Celebration of Awareness“), die Ivan Illich 1969 erstmalig publizierte, schreibt Erich Fromm: „Weder diese Aufsätze noch ihr Verfasser bedürfen einer Einleitung. Wenn trotzdem Ivan Illich mir die Ehre erwiesen hat, mich um eine (…)

Streifzüge, Heft 79

Corona

übersetzungen
Juli
2020

In den „Verstecken der Selbstverständlichkeiten“ (Canetti) sind die geheimen Triebkräfte, nach denen zu fragen wäre, nahezu unauffindbar, weil niemand nach ihnen sucht. Mehrere Anläufe, mich – schreibend – des Stimmengewirrs, das mich in „Corona-Zeiten“ von morgens bis abends umrauscht, zu (…)

Streifzüge, Jahrgang 2023

Die Sorge um mich …

April
2023

Mein Ende und das Ende der Welt: das radikalisierte Individuum Ich muss den Tatsachen ins Gesicht schauen. Ich bin 83 Jahre alt und das Ende ist absehbar. Wahrscheinlich trösten sich alle alten Menschen mit dem Gedanken, dass es ja noch ältere gibt. Ich habe mich viel mit den Themen Altern, (…)

Beiträge zu Marianne Gronemeyer
Streifzüge, Heft 69

Das Fremde, die Grenze und die Kunst des Nein-Sagens

Juni
2017

Ein Gespräch mit der emeritierten Professorin und Ivan Illich-Schülerin Marianne Gronemeyer. RM: Frau Gronemeyer, in Ihrem Vortrag zur „Macht der Bedürfnisse“ von 2011 kündigen Sie an, die Geschichte des Zaunes schreiben zu wollen. Was ist daraus geworden? MG: Der Geschichte des Zaunes bin (…)