Requiem für Habsburg
Notwendige Vornotiz „Obzor“, Nachmittagsausgabe, 14. November 1918, Nr. LXIX, S. 3: Das Fest dauerte bis zum frühen Morgen. Und wie es schon geht in diesen stürmischen Zeiten, in denen sich alle, selbst die intimsten, geselligen Veranstaltungen allzugerne in politische Versammlungen (…)
Requiem für Habsburg
Ich bin in einer wahren Hamlet-Stimmung. Von der Galerie herab beobachte ich diese ganz gut organisierte kaiserliche und königliche Offiziersmesse — man raucht Zigarren, Frontwitze werden erzählt (hier haben wir soundsoviele Geiseln erschossen, dort haben wir Tausende dieser Schurken und (…)
Es gehört zum paradox Faszinierenden aller Kunstübung, daß sie dem Flüchtigen Dauer verleiht und daß gerade der Moment des Sterbens oder Hinwelkens kraft künstlerischer Darstellung Ewigkeitswert gewinnt. So kommt es, daß man mit eben jenem Kakanien, mit dem man auf die Dauer in der Welt keinen (…)
Als Miroslav Krleža am 8. September in Wien zu einem Vortragsabend der Österreichischen Gesellschaft für Literatur weilte, wurde sein ehemaliger Landsmann, nun schon seit vielen Jahren deutsch schreibender Kollege Milo Dor gebeten, eine kleine Einführungsrede zu halten. Der ungeachtet seiner 70 (…)
Der eliminatorische Antisemitismus orientierte sich im Ustascha-Kroatien zwar an deutschen und österreichischen Vorbildern, die Verfolgung und Ermordung von Jüdinnen und Juden wurde aber größtenteils eigenständig durchgeführt. Der Antisemitismus hat in Kroatien keine lange Tradition, denn (…)



